Gottesdienste und Veranstaltungen

Radio Ostfriesland (UKW 94,0) überträgt weiterhin die sonntäglichen Gottesdienste unserer Region.

Bis auf weiteres finden in unserer Kirche keine Gottesdienste statt. Wir laden Sie alternativ dazu Sonntags um 10.00 Uhr zum „Gottesdienst zeitgleich“ ein, den Sie dann bei sich zu Hause feiern können.

Die folgende Liturgie leitet Sie durch diese Gottesdienste.





6.Sonntag in der Passionszeit: Palmarum: 05.April 2020

Predigttext: Markus 14,3-9: Und als er in Bethanien war im Hause Simons des Aussätzigen und saß zu Tisch, da kam eine Frau, die hatte ein Alabastergefäß mit unverfälschtem, kostbarem Nardenöl, und sie zerbrach das Gefäß und goss das Öl auf sein Haupt. Da wurden einige unwillig und sprachen untereinander: Was soll diese Vergeudung des Salböls? Man hätte dieses Öl für mehr als dreihundert Silbergroschen verkaufen können und das Geld den Armen geben. Und sie fuhren sie an.

Jesus aber sprach: Lasst sie! Was bekümmert ihr sie? Sie hat ein gutes Werk an mir getan. Denn ihr habt allezeit Arme bei euch, und wenn ihr wollt, könnt ihr ihnen Gutes tun; mich aber habt ihr nicht allezeit. Sie hat getan, was sie konnte; sie hat meinen Leib im Voraus gesalbt zu meinem Begräbnis. Wahrlich, ich sage euch: Wo das Evangelium gepredigt wird in der ganzen Welt, da wird man auch das sagen zu ihrem Gedächtnis, was sie getan hat.

Liebe Gemeinde!

Jesus wird in Bethanien gesalbt, und er legt ein bemerkenswertes Verhalten an den Tag, ein überraschendes verhalten. Kein Protest von seiner Seite. Kein Protest gegen das, was die Frau tut. Er hätte ja auch anders reagieren können: „Geh hin, verkauf` das Öl und gib das Geld den Armen, und dann komm` wieder und folge mir nach! Was für eine Verschwendung. Was salbst Du mich damit? Ich bin nicht gekommen, um mich wie ein Herrscher salben zu lassen, sondern um zu dienen und mein Leben für Euch dahinzugeben.“

Diese Sätze fallen nicht. Jesus sagt sie der Frau nicht. Aber die Jünger gehen gegen die Verschwendung an. Und- haben sie nicht Recht mir ihrem Einwand?

Nicht die Salbung an sich stellen sie in Frage, wohl aber die maßlose, die luxuriöse Verschwendung der Frau. Der Wert des Öls: ein Vermögen. Mehr wohl als das Jahreseinkommen eines einfachen Landarbeiters. Wer soll das versstehen?

Diejenigen, die sich Jesus angeschlossen hatten, die mit ihm zusammen auf Wanderschaft waren, die hatten alles aufgegeben. Da gab es kein Einkommen mehr, keine Sicherheit. Sie hatten Ernst gemacht mit der Nachfolge, waren ausgestiegen aus ihrem bisherigen Leben. Aber es gab auch die anderen, wohlhabendere zumeist, die Jesus und seine Jünger unterstützten, aber ihr bisheriges Leben nicht aufgaben. Möglich, dass die unbekannte Frau zu dieser Anhängerschaft Jesu gehrte, möglich auch, dass die, die gegen ihr Handeln Protest einlegen, Angst haben, Jesus nicht für sich allein behalten zu können. Also melden sie sich zu Wort. Und nun ist Jesus an der Reihe. Anstatt aber in dieselbe Kerbe zu schlagen, hören wir ihn die Frau bestätigen: „Lasst sie in Frieden. Sie hat ein gutes Werk an mir getan.“ Und dann bringt Jesus die Besonderheit der Situation zur Sprache:“ Den Armen könnt Ihr immer helfen. Ihnen Gutes tun. Wenn Ihr wollt! Mich aber habt Ihr nicht allezeit.“ Das heißt: Die Frau hat- als einzige- erkannt, was an der Zeit ist.

Nicht der Dienst an den Armen, der Kampf gegen die Armut, wird von Jesus in Frage gestellt. Im Gegenteil: Immer könnt Ihr den Armen helfen, ja Ihr sollt es sogar, könnte man hinzufügen.

„Dass sie das Öl auf meinen Leib gegossen hat, das hat sie für mein Begräbnis getan.“ Die Ausnahmesituation, die Besonderheit der Situation im Haus des Aussätzigen ist dadurch bestimmt, dass die Menschen, die Jünger, Jesus nicht mehr lange bei sich haben werden, weil er in den Tod geht.

Die Frau ehrt Jesus verschwenderisch. In dem Übermaß ihres Geschenks zeigt sich ihr eigentlicher Luxus, der darin besteht, an ihn zu glauben. Selbstvergessene Verehrung und Hingabe.

Während die Frau Jesus zum Sterben bereitet, wirkt Judas an seinem Tod mit: Judas überliefert Jesus.

Die Geschichte von der Salbung in Bethanien bekommt ihren eigentlichen Sinn erst im Zusammenhang mit der Passion Jesu: eine Salbung für sein Begräbnis. Im Licht ihrer Tat, der Tat der Frau, beginnt die letzte Strecke des Weges Jesu. Diesen Weg rufen wir uns an Palmarum und in den kommenden Tagen ins Gedächtnis als die Wurzel, als die Quelle unseres Glaubens. Amen.

Christoph Schoon, Pastor in Timmel und Mittegroßefehn 31.03.2020

Gott,

wir denken an alle Kranken, die nun keinen Besuch bekommen dürfen,

zuhause und in den Krankenhäusern.

Wir denken an die Menschen in den Seniorenheimen,

an die Einsamen, an die Schwermütigen.

In der Stille beten wir für sie.

Gott,

 wir denken an alle, die helfen, die da bleiben in der Not,

Krankenschwestern und Pfleger, Köche und Ärztinnen.

In der Stille beten wir für sie.

Gott,

wir denken an die Postbotin, an den Sanitäter, an die Kassiererin,

an den LKW-Fahrer, an den Feuerwehrmann, an die Polizistin.

In der Stille beten wir für sie.

Gott,

wir denken an die Frau, die Jesus für sein Begräbnis gesalbt hat

und an seine Jünger.

In der Stille beten wir für sie und uns.

Vaterunser im Himmel…

Der Herr segne dich und behüte dich.

Der Herr lasse leuchten sein Angesicht über dir und sei dir gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden. Amen.